Der siderische Tierkreis

Der siderische Tierkreis in der astrologischen Beratung

Die Astrologie gilt als ursprünglichste aller Wissenschaften. In ihr vereinigen sich Mathematik und Astronomie genauso wie Medialität und Spiritualität. Sie gilt als Königin der Wissenschaften, denn in ihr vereinigen sich Intellekt, Intuition und Inspiration. Die hermetischen Gesetzmäßigkeiten der Tabula Smaragdina berichten davon, dass ihre Quelle göttlichen Ursprungs gewesen sein musste.

Für die Menschen der längst vergangenen Hochkulturen war es noch selbstverständlich, die Planeten und Sterne im Gebet anzurufen. In tiefer Meditation nahmen sie die feinen Schwingungen auf und traten so in Kontakt zu den himmlischen Wesenheiten.

Der siderische Tierkreis – Wohnsitz der Götter

Die Sterne waren für sie nicht nur der Wohnsitz der Götter und unserer Sternenbrüder – und schwestern. Sie betrachteten diese als Wesenheiten von beseelter Natur, und die von ihnen ausgehende Strahlkraft als real und von ursächlicher Wirkung auf das irdische Sein.

Diese planetare Seelenkraft mit ihren feinen Schwingungen wurde von der Menschheit für lange Zeit als natürlicher, kosmischer Rhythmus für ein Leben im Einklang mit der göttlichen Natur respektiert.

Die Menschen lernten so von Anbeginn, für jedes ihrer Anliegen das Zeitfenster mit der besten kosmischen Qualität zu nutzen. Säen, Hegen, Pflegen und Ernten, Zeugen und Zerstören, Krieg und Frieden, Verbinden und Trennen, Fühlen, Denken und Handeln. Alles hatte seine Zeit.

Der siderische Tierkreis – auch in anderen Teilen der Welt


Die Astrologinnen des Ostens benutzen den siderischen Tierkreis, und zwar seit jeher. Wahrscheinlich ist die vedische Astrologie ebenso wie unsere westliche Astrologie aus den gleichen ursprünglichen Grundlagen entstanden. Warum es im Westen zu einer Abweichung und Unterscheidung in Tropik und Siderik kam, das und mehr lesen Sie hier.

Der siderische Tierkreis in der Astrologie Beratung

Was unterscheidet die Siderik von der Tropik und warum führt  die Horoskoperstellung auf siderischer Berechnungsgrundlage zu  überraschend anderen Ergebnissen und Erkenntnissen?

Dazu müssen wir hier ein wenig ausholen – Der siderische Tierkreis – der Beginn in der Astrologie

Die Sternzeichen wie Sie sie normalerweise aus Büchern, Zeitungen etc. kennen, werden hier im Westen anhand eines „fiktiven“ Himmels berechnet. Dieser wurde von Ptolemäus, einem Astronomen der Antike, im Jahr 285 n. Chr. definiert. Er legte damit die Tag – und Nachtgleiche im Frühling mit dem Beginn des Tierkreiszeichens Widder fest.

Schaute man im Jahre 285 n. Chr. an den Himmel, so stimmte das mit dieser Berechnung auch überein. Was Ptolemäus nicht bedachte und sich wohl auch nicht vorstellen konnte als er diese Definition zur Erleichterung astronomischer Berechnungen erstellte, war, dass spätere Astrologen bei der Berechnung eines Horoskops nicht mehr an den Himmel schauen würden. Heutzutage wird nun aber von den meisten Astrologinnen genau dieser fiktiv „eingefrorene“ Himmel aus dem Jahre 285 n. Chr. für die Erstellung ihrer Analysen und der daraus resultierenden Prognosen verwendet.

Warum siderische Astrologie und nicht tropische – warum also der siderischer Tierkreis?

Am Himmel „stehen die Planeten und auch die Sterne“ schon lange nicht mehr so, wie vor 2000 Jahren. Da die allermeisten  Astrologen in westlichen Breiten heute für Ihre Arbeit nicht mehr an den nächtlichen Himmel schauen müssen sondern in den Computer, die Computerprogramme tropisch voreingestellt sind, ihre Kunden nicht wissen, dass es einen Unterschied zwischen einem „fiktiven“ oder einem „echten“ Himmel gibt, spielt dieser Umstand in der Beratungspraxis auch keine Rolle. Dabei gehen nahezu 100% aller Horoskop-Klientinnen naiverweise davon aus, dass ihr Astrologe die Sterne so deutet, wie sie am Himmel stehen. Ein „normaler“ Astrologie-Kunde kommt in der Regel gar nicht darauf, dass es anders sein könnte.

Der siderische Tierkreis – damit „Unten“ wieder wie „Oben“ ist.

Nur so ist es möglich, dass heutzutage Menschen im Fernsehen, Tageszeitungen, Social Medias, Kalendern, sogar in Astrologie-Lehrbüchern etc. etc. tagein tagaus steif und fest behaupten können, die Sonne, der Mond oder sonst ein Planet befände sich derzeit in einem Tierkreiszeichen, während es in der Realität überhaupt nicht so ist. Dabei würde ein einfacher Blick an den Himmel genügen – oder im PC ein siderisch eingestelltes Astrologieprogramm.

Weil dieser Sachverhalt für viele Interessierte so unglaublich klingen mag: Ja, die allermeisten astrologischen Aussagen, die Sie derzeit zu sehen und zu hören bekommen, beruhen auf purer Fiktion und dem reinen Glauben an ein eingebildetes Hologramm. Was das mit Maya, Matrix, Fugazi oder Virtual Reality zu tun hat, wird an anderer Stelle eruiert. Aber nur so ist es möglich, dass hierzulande viele Leute ein Leben lang in dem Bewusstsein durch die Welt gehen, sie hätten dieses bestimmte Sternzeichen, das sie mit der Geburt als Etikett in die Seele eintätowiert bekommen haben. Umgangssprachlich identifiziert mit der Aussage: „Ich bin“ Widder, Zwilling, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann oder Fisch.

Der siderische Tierkreis

Während wir hier im Westen also noch darüber diskutieren welchen Unterschied es macht, ob man nun tatsächliche oder künstlich berechnete Konstellationen für die Erstellung eines Horoskopes oder eines Kalenders zugrunde legt, bewahrten sich die Astrologen des Ostens von Arabien bis Indien die alte Kultur und blicken einfach nach wie vor an den Himmel. So werden in der komplexen vedischen Astrologie seit jeher und bis heute ausschließlich die tatsächlichen Positionen der Himmelstrabanten für die Interpretation der astrologischen  Zeitqualität verwendet.

Der Siderische Tierkreis – Informationen und Details

Warum der siderische Tierkreis – Unterschied siderische und tropische Astrologie

Über eines muss man sich als Interessierte*r klar sein: Vor der Astro-Beratung steht die Astro-Berechnung. Sie ist von entscheidender Bedeutung für das Beratungsergebnis, denn die Interpretation jedes Horoskops erfolgt auf Grundlage der ausgerechneten stellaren Positionen. Wer sich also eine möglichst genaue Beratung mit korrekt zutreffenden Aussagen wünscht und erwartet, sollte darum Bescheid wissen, auf welcher Grundlage dies geschieht.

Der Unterschied liegt im Berechnungs-System – der siderische Tierkreis

Die tropische Astrologie hat den Beginn ihres Tierkreises anhand des Jahreskreislaufes definiert. Es handelt sich also um einen Tierkreis, der sich über die Positionen der Sonne im Jahreszeitenlauf definiert.

Ein richtiges Argument der tropischen Astrologie ist, dass der Anfangspunkt des Tierkreises klar definiert ist. Der Moment der Tag- und Nachtgleiche definiert einen festzumachenden Punkt an einem kalendarisch festzumachenden Tag. Hat das etwas mit dem Sternenhimmel zu tun? Nein!

Die Siderik, der siderische Tierkreis, orientiert sich seit der Antike an den Fixsternen des Himmels, was zur Frage der Grundlagenbestimmung führt. Sind Antares und Aldebaran die wichtigeren Sterne oder ist Spica eher zu bevorzugen oder sind es gar ganz andere? Aus unterschiedlichen Ansichten brachte die indische Astrologie unterschiedliche Ayanamsas als Ausgangspunkt für eine Berechnung hervor.

Das Ayanamsa beschreibt, nach welchem Stern oder Punkt am Himmel wir uns orientieren, um die Differenz zwischen tropischem und siderischem Tierkreis festzulegen und damit den Anfangspunkt zu definieren. Hat das was mit dem Himmel zu tun? Ja!

Bevor ich mich selbst für ein bestimmtes Ayanamsa entscheiden konnte, probierte ich im Laufe der Jahre verschiedene Methoden aus. Dabei stieß ich auf die vorbildliche und großartige Forschungsarbeit von Rafael Gil Brand. Diese hat nicht nur mir sondern allgemein sehr zum Verständnis der uralten siderischen Astrologie hierzulande verholfen. Brand verglich verschiedene Ayanamsas mit dem galaktischen Zentrum, welches sich mittels „Heiliger Geometrie“ und dem „Goldenen Schnitt“ definieren lässt, und erhielt damit die stimmigsten Ergebnisse. Meine Erfahrungen deckten sich mit seinen, weshalb ich seither das   Ayanamsa des galaktischen Zentrums ebenso als Berechnungsgrundlage verwende.

Der siderische Tierkreis

Die Umrechnung mittels des galaktischen Zentrums liefert einen genau definierten Orientierungspunkt am Himmel, der sämtliche Sterne integriert, sie um einige Bogenminuten korrigiert und Astrologen so stichhaltige Analysen und Prognosen für Ihre Klient*innen ermöglicht.

Um es noch einmal klar zu sagen: Die verschiedenen siderischen  Ayanamsa-Methoden machen im Verhältnis zur „Tropik“ untereinander einen geradezu minimalen Berechnungsunterschied von ein bis zwei Grad aus. Wenn sich also manche „Tropiker“ genau auf diese These stützen wollen, um nach wie vor einen fiktiven Himmel bevorzugen zu können, dann wissen diese wahrscheinlich nicht, dass die die tropische Abweichung vom tatsächlichen Himmel aktuell sage und schreibe schon über 22,5 Grad ausmacht!

Umrechnungsfaktor tropischer Planetenstand zu siderischem Planetenstand – der siderische Tierkreis

Die Grade und Minuten werden vom tropischen Planetenstand abgezogen. Es gibt Computerprogramme, die das automatisch erledigen. Um die minutengenaue Umrechnung zu erreichen, kann man die Zahlen des galaktischen Zentrums im angegebenen Jahr eingeben.

JahrLahiri-AyanamsaGalaktisches Ayanamsa
1900
1910
1920
1930
1940
1950
1960
1970
1980
1990
2000
2010
22° 28′
22° 36′
22° 45′
22° 53′
23° 01′
23° 09′
23° 18′
23° 26′
23° 35′
23° 43′
23° 51′
24° 00′
21° 04′
21° 12′
21° 21′
21° 29′
21° 38′
21° 46′
21° 54′
22° 03′
22° 11′
22° 20′
22° 28′
22° 37′
(Quelle: Rafael Gil Brand)

Der Eintritt der Sonne in ein bestimmtes siderisches Zeichen erfolgt ca. 23 Tage nach ihrem Eintritt in das gleichnamige tropische Zeichen.

Weitere tolle Informationen gibt es auch hier – der siderische Tierkreis

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Der siderische Tierkreis in der astrologischen Beratung

Susanne Seemann Astrologin und Heilpraktikerin

service@heilpraxis-seemann.com

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mit dem siderische Tierkreis +49 89 523 529 65